Dienstag, 15. März 2005
»Wir haben einfach Öl hingebracht, wo Feuer war«
Guy Debord
Fluctuat nec mergitur, forschungsgruppe_f, fors, ars, lins
Am 02. Juni 2003 legt um 9.45 Uhr die MF Friedrichshafen von der Friedrichshafener Mole in Richtung Romanshorn
ab. An Bord ist die Hälfte der deutschen Teilnehmer einer bilateralen, translingualen Forschungsgruppe, die auf See den
Zustand der Forschungsarbeit prüfen will um daraus eine mögliche Teilnahme an der ars electronica Linz 2003 »Code -
The language of our time« abzuwägen. Winkend bleibt die andere Hälfte versehentlich am Ufer zurück als die zwei
Voith-Schneider-Propeller, angetrieben durch zwei 8-Zylinder-SLM-Motoren mit je 440 kW (600PS) den ruhigen See
aufwühlen und das 55,5m lange Schiff geradewegs von der deutschen an die schweizerische Seite quirlen. In Romanshorn
steigt aus Zürich angereist die schweizer Delegation mit einem kleinen Brennofen an Bord. Das Schiff nimmt Fahrt auf.
Die forschungsgruppe_f oszilliert zwischen den Seeseiten. Im 45 Minutenrythmus wechselt die Fahrtrichtung. An seiner
breitesten Stelle wird der Bodensee zum Katalysator einer Forschungsstrategie, die einen schwindlig werden lässt. Kann
ein europäisches Binnengewässer solche Wellen erzeugen? Der Kapitän zeigt den WissenschaftlerInnen wie durch
Sedierung der Erwartungshaltung »stand by« eine stabile Position eingenommen werden kann. Mit dieser Grundeinstellung
und den Aktionsparametern lock in / lock out werden in Linz die Codes erhitzt bzw. gekühlt. Im offenen und mobilen
Labor organisiert sich die Forschungsgruppe in ars und Stadt mit den Beteiligten und den vorhandenen
Navigationsinstrumenten und Werkzeugen um die Vorgänge der Codierung/Decodierung als konstruktive Missverständnisse
lebendig zu halten.
→ "Arbeiten am Zustandsraum, ein Zwischenbericht" vollständig lesen