Kunst und öffentlicher RaumDauerhafte Einträge
Das Institut Kunst und öffentlicher Raum erarbeitet Methoden und Werkzeuge, entwickelt Strategien und
Handlungsformen zur aktiven Gestaltung gesellschaftlicher Zustände.
Die Gesellschaft organisiert sich in Handlungsräumen, die sich zeitlich und personell verorten. Der Zustandsraum ist in ständiger Veränderung. Eine relevante Beteiligung verlangt Beweglichkeit, interdisziplinäres Arbeiten, künstlerisches Forschen, projekt- und praxisorientiert. Arbeiten vor Ort an 1:1 Modellen, Karthographie, Publikation, Aktion. → "Kunst und öffentlicher Raum" vollständig lesen
Geschrieben von Georg Winter
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Dienstag, 18. März 2008 17:07
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Clara Schumann Radio StationDienstag, 12. Juni 2007
Am Rosenmontag vor
153 Jahren sprang Robert Schumann, in der Absicht seinem Leben ein Ende zu setzen, in den Rhein bei Düsseldorf. Der
Selbstmordversuch misslang jedoch kläglich. Schumann, nur im Morgenmantel gekleidet, wurde von Rheinschiffern, die ihn
erkannten, aus dem Wasser gezogen und anschließend von einer Horde Schaulustiger mit einer Maskerade nach Hause
geleitet.
Diese existenzielle Situation des bekannten deutschen Komponisten nahm Georg Winter während seines Tokio-Aufenthaltes zum Anlass, sich mit den Widersprüchen der Natur-Utopien deutscher Romantiker und den heutigen urbanen Gegebenheiten in Japan auseinanderzusetzen. Winter entwickelte im Rahmen seines fernöstlichen Forschungsprojektes die „Clara Schumann Radio Station“. Die Radiostation ist eine poetische Versuchsanordnung, die Missverständnisse für den Betrachter erfahrbar machen möchte, die aufgrund mangelnder Verständlichkeit von Sprache und Gefühlen entstehen können. → "Clara Schumann Radio Station" vollständig lesen Eine neue Generation von Mobiltelefonen: UCS 'harajuku'Freitag, 16. März 2007 Im städtischen Alltag ist das mobile phone ein wichtiges Telekommunikationsmittel. Die Telefonrituale verändern das öffentliche Leben. Herkömmliche Hersteller und Techniken haben sich vom unmittelbaren Umfeld der Nutzerinnen und Nutzer entfernt. Mit dem mobile phone 'harajuku' und den hier vorgeschlagenen Anwendungscodes wird das Mobilfunknetz radikal auf den unmittelbaren Nahbereich erweitert. → "Eine neue Generation von Mobiltelefonen: UCS 'harajuku'" vollständig lesen
Geschrieben von Georg Winter
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11:55
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BergkuckuckMontag, 6. Februar 2006
(aus den Texten zur Motivation)
Der Bergkuckuck, a hegyikakukk, yama no hototogisu ruft so schön, dass der Maler den Pinsel fortwirft und nur noch hingerissen lauscht. »Lueg do chunt a klins vögeli.« Den Ruf des Bergkuckucks hörend wirft auch der Fotokünstler seine Kamera weg. Aus dem Bedauern, die Schönheit des Rufs nicht festhalten zu können verwirft der Sammler seine Sammlung. »Verwerfungen« nennt der Minimalist seine Vergeblichkeiten während des monotonen Rufs. Die Akademie verzichtet nach dem Gehörten auf die Berufung. Vier von mir hingeworfene Konzepte können Sie bald sehen. Alle werfen aus Verzweiflung die Schönheit nicht festhalten zu können vorübergehend ihr Medium hin. Der Bergkuckuck lässt dadurch ermuntert, noch lange seinen Ruf erschallen. Kaum ist der Ruf verstummt, vergessen greifen alle wieder zu ihren Instrumenten.
Geschrieben von Georg Winter
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16:12
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BUGA 2005: BlühbungenDonnerstag, 7. Juli 2005
Feldforschungen auf der Bundesgartenschau
2005 in Kooperation mit der forschungsgruppe_f
Die Furche ist die Vorbedingung des Land- und Gartenbaus. In ihr finden sich die Samen ein. Auch sie kommt von der indogermanischen Wurzel "perek" dem "Wühlen". Wen wundert es da, wenn die forschungsgruppe_f mit dem Mittel der Untergrabung die Forschungsterrains absteckt. → "BUGA 2005: Blühbungen" vollständig lesen
Geschrieben von Georg Winter
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18:09
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LessnessFreitag, 20. Mai 2005 »Wenn sie Zerstreuung irrend kann zerstreun.« Beckett rezitiert Shakespeare »Makingo film production« wurde 2004 in der Küche der WG von Inna Poltorychin gegründet, um ein making of, makingo f zu einem Film mit dem Titel »FILM« zu drehen, der vor exakt 40 Jahren in New York unter der Regie von Alan Schneider nach der Idee von Samuel Beckett mit Buster Keaton in der Hauptrolle, gedreht wurde. Ein Remake, wiedermachen des Nichtmachbaren, ein Making of, 40 Jahre zu spät (ohne Originalmaterial) für einen Film, der kurz nach seiner Herstellung von der Bildfläche verschwunden war. Making off; das zweite f (siehe bei Orson Welles »f for fake« oder »forschungsgruppe_f«) heißt »sich aus dem Staub machen« oder bei Beckett »...sich abseits halten«, erst gar nicht auftauchen. Die Beckettsche Absenzprogrammatik führt über die Verdoppelung der Absenz, der Absenz der Absenz, nicht ins Nichts sondern im Gegensteil zu einer unbedingten, jedoch vergeblichen Anwesenheit. Das professionelle Herangehen an das Verschwinden aus dem Blickfeld anderer, die Beobachtung des Beobachtens, so lange, bis wie bei »Film« nur eine quälende Introspektion übrig bleibt, strapaziert den Einsatz der Beteiligten und der gehandhabten Medien. Buster Keaton:»...ich wusste die Hälfte der Zeit gar nicht, was die Kerle (gemeint sind Beckett und Schneider) eigentlich taten.« → "Lessness" vollständig lesen
Geschrieben von Georg Winter
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17:35
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Arbeiten am Zustandsraum, ein ZwischenberichtDienstag, 15. März 2005
»Wir haben einfach Öl hingebracht, wo Feuer war«
Guy Debord Fluctuat nec mergitur, forschungsgruppe_f, fors, ars, lins Am 02. Juni 2003 legt um 9.45 Uhr die MF Friedrichshafen von der Friedrichshafener Mole in Richtung Romanshorn ab. An Bord ist die Hälfte der deutschen Teilnehmer einer bilateralen, translingualen Forschungsgruppe, die auf See den Zustand der Forschungsarbeit prüfen will um daraus eine mögliche Teilnahme an der ars electronica Linz 2003 »Code - The language of our time« abzuwägen. Winkend bleibt die andere Hälfte versehentlich am Ufer zurück als die zwei Voith-Schneider-Propeller, angetrieben durch zwei 8-Zylinder-SLM-Motoren mit je 440 kW (600PS) den ruhigen See aufwühlen und das 55,5m lange Schiff geradewegs von der deutschen an die schweizerische Seite quirlen. In Romanshorn steigt aus Zürich angereist die schweizer Delegation mit einem kleinen Brennofen an Bord. Das Schiff nimmt Fahrt auf. Die forschungsgruppe_f oszilliert zwischen den Seeseiten. Im 45 Minutenrythmus wechselt die Fahrtrichtung. An seiner breitesten Stelle wird der Bodensee zum Katalysator einer Forschungsstrategie, die einen schwindlig werden lässt. Kann ein europäisches Binnengewässer solche Wellen erzeugen? Der Kapitän zeigt den WissenschaftlerInnen wie durch Sedierung der Erwartungshaltung »stand by« eine stabile Position eingenommen werden kann. Mit dieser Grundeinstellung und den Aktionsparametern lock in / lock out werden in Linz die Codes erhitzt bzw. gekühlt. Im offenen und mobilen Labor organisiert sich die Forschungsgruppe in ars und Stadt mit den Beteiligten und den vorhandenen Navigationsinstrumenten und Werkzeugen um die Vorgänge der Codierung/Decodierung als konstruktive Missverständnisse lebendig zu halten. → "Arbeiten am Zustandsraum, ein Zwischenbericht" vollständig lesen
Geschrieben von Georg Winter
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18:15
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KörperkartographieSamstag, 29. Januar 2005
Dreidimensionales Gestalten
Friedrich Hölderlin sagt: »Aber das Eigene muss genau so gut gelernt sein wie das Fremde« Was ist aber das Eigene eigentlich? Das Eigene, deutlicher im Begriff Eigentum zeigt einen Besitzstand an und leitet sich etymologisch aus Begriffen, wie eigan ahd. agen (engl. own), „haben« oder »besitzen« her. Die Eigenheit bzw. Eigenschaft beim Menschen werden als charakterliche Besonderheiten und Wesensmerkmale gesehen, die Unterscheidungen ermöglichen. Hier erinnere ich an die in der ersten Vorlesung angesprochene Differenz, die Zweiheit, die Unterschiede möglich macht und Zweifel hervorruft. Ende des 18. Jahrhunderts belebt sich in der Debatte um das »Genie« der Begriff der Eigenheit aufs neue. Friedrich Schiller erklärt hierzu, das wir unseren physischen Zustand, der durch die Natur bestimmt werden kann, gar nicht zu unserem Selbst rechnen, sondern als etwas Auswärtiges und Fremdes zu betrachten hätten. Bestätigt wird die leibfeindliche Auffassung Schillers durch den Obduktionsbericht vom 9. Mai 1805. Hier lesen wir: »die Lunge ist brandig, breiartig und ganz desorganisiert, das Herz ohne Muskelsubstanz, die Gallenblase und die Milz unnatürlich vergrößert, die Nieren in ihrer Substanz aufgelöst und völlig verwachsen." Doktor Huschke, der Leibmedicus des Weimarer Herzogs fügt noch hinzu: »Bei diesen Umständen muss man sich wundern, wie der arme Mann so lange hat leben können«. Schiller hatte selbst davon gesprochen, dass es der Geist sei, der sich seinen Körper baut. Der Idealismus versuchte über den Geniekult, die Begeisterung, Be-Geisterung wörtlich genommen, begrenzte und beschwerliche körperliche Eigenschaften und Bedingtheiten zu erweitern. → "Körperkartographie" vollständig lesen
Geschrieben von Georg Winter
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22:09
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Tags für diesen Artikel: Eigenheit, Eigentum, Form, Geist, Geschichte, Haut, Kunst und öffentlicher Raum, Körper, Leib, Motorik, Natur, Perzeption, Schiller, Sensorik, Sinn, Sprache, Theorie, Utopie, Wahrnehmung
Nazi Party Ralley GroundDonnerstag, 28. Oktober 2004
Die an die AdBK gerichtete Aufforderung (so der Wortlaut), Gestaltungs- und Nutzungsvorschläge für das
Dutzendteichgelände in Nürnberg alias ehemaliges Reichsparteitagsgeände zu entwickeln, interpretieren wir
dorthingehend, dass von unserer Seite nicht ein Katalog künstlerischer Baumaßnahmen erwartet wird, um eine
realisierbare endgültige Raumsituation bis 2006 zu erreichen. Unsere Vorschläge sind außerdem nicht nur für diesen
kurzen Zeitraum gedacht, sondern sollten auch über das Jahr 2006 hinaus und ständig weiter entwickelt werden.
Zur Dokumentation Nazi Party Ralley Ground
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